episode one – beautiful confusion

Episode 1: 365 Tage in Namibia

Prolog: Wenn man sich für eine große Veränderung in seinem Leben entscheidet, kann es auch schon mal passieren, dass sich noch weitaus mehr Parameter verändern, als ursprünglich vermutet. Seit dem Moment, als ich meine Freunde und Familie am Flughafen verabschiedet hatte und entschlossen durch die Sicherheitsschranken passiert war, legte sich in mir ein Schalter um. Etwas hatte sich innerhalb weniger Sekunden so drastisch verändert, dass es noch jetzt nach bereits 165 Tagen in Namibia spürbar ist. Ich habe damals am Flughafen eine sehr wichtige Entscheidung getroffen, indem ich all diese Sicherheitsschranken passierte und damit zum ersten Mal in meinem Leben eine große physikalische Barriere zwischen mich und mein altes Leben brachte. Das Gefühl der Freiheit sorgt seit diesem Moment in meinem Körper für einen unstillbaren Fluss an Freude und Zufriedenheit. Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich und wenn ich etwas gerne anders hätte, dann muss ich es verdammt nochmal selber in die Hand nehmen! Das bedeutet nicht, dass ich dabei keine Unterstützung haben kann, aber ohne eigene Initiative läuft Garnichts. Bereut habe ich diese Entscheidung bis heute nicht und werde es vermutlich in näherer Zukunft auch nicht tun.

Lieber Leser, mit diesem Eintrag möchte ich Alles teilen, dass mir in genau diesem Moment wichtig scheint, zu erzählen. Ich werde keine ausführliche Zusammenfassung der vergangenen Zeit schreiben, oder genauestens meine Projekte vorstellen. Ich nutze diesen Eintrag, um euch etwas von mir zu zeigen. Ich erzähle ich etwas von meinem „Ich“ in Namibia.

Der Mensch beeindruckt mich. Jeden Tag wachen wir in einer Welt auf, die nach einem System strukturiert wurde, dass zeitliche Grenzen setzt, Werte und Normen vorgibt und das Streben nach materiellem Besitz begünstigt. Ich persönlich bin auch froh bei dem Gedanken an meinen eigenen Landrover Defender mit voller Ausstattung und einem schönen Haus am Meer. Natürlich machen auch mich all diese materiellen Dinge glücklich. Trotzdem ist das nicht der Grund, warum ich jeden Morgen aufstehe und meinen Tag mit einem Lächeln auf den Lippen starte. Emotionen sind eines der größten Reichtümer des Menschen. Die Fähigkeit, Emotionen anderer Menschen zu lesen und wahrzunehmen, genauso wie eigene Emotionen zu besitzen, ist wunderschön. Wie viel Kraft kann einem das Lächeln einer fremden Person geben. Ich vertrete die Ansicht, dass der Mensch als einzelnes Individuum nicht überleben könnte. Wir brauchen Emotionen, egal ob gut oder schlecht, oder ob vom Mensch oder vom Tier ausgelöst. Jede einzelne Emotion lehrt uns und schenkt uns Kraft. Ohne diese Kraft könnte ich niemals ein Jahr von zuhause weg bleiben…

Die Menschen, mit denen ich hier in Namibia zu tun habe, geben mir diese Kraft. Jeden Tag sind es andere Menschen, oder auch die Gleichen. Meine Projekte bereiten mir unglaublich viel Freude. Die Kinder an meiner Schule (Swakopmund Primary School) sind so unterschiedlich und liebevoll. Meistens nennen mich die Kinder Mr. Paul, aber zugegebener Weise fühle ich mich eher wie einer von Ihnen, als wie ein richtiger Lehrer.

end of part one

love – paul

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